25.05.07:Heimatverein präsentiert Taschen aller Art

- Taschenausstellung
Die Queen trägt sie zu fast jedem Anlass, Angela Merkel eher selten: Handtaschen können Markenzeichen sein oder mobiles Krimskramslager. Der Heimatverein Kloster Oesede hat sich des treuen Wegbegleiters angenommen und zeigt in einer Ausstellung das ganze Spektrum – vom hölzernen Koffer bis zum Operntäschchen aus Silberfäden. Es kann einen schon in Erstaunen versetzen, was Handwerk und Industrie alles entwickelt haben, damit Unverzichtbares wie Parfüm, Make-up und Adressbüchlein von A nach B mitgenommen werden können. Formen, Farben, Materialien - da geben sich Vielfalt und Vielzahl die Ehre. Die Frauengruppe des Heimatvereins hat Erstaunliches zusammengetragen: Echtes Krokoleder oder rustikale Modelle aus den 1960er- Jahren, die heute jedem Sicherheitsmann auf dem Flughafen die Schweißperlen auf die Stirn treiben würden - alles ist ab Samstag in der Klosterpforte zu bestaunen. Einige Stücke besitzen eine persönliche Geschichte wie etwa jene, die während der Nazi- Zeit von einer jüdischen Frau an ein junges Mädchen verkauft worden war. „Die Jüdin bezahlte von dem Geld ihre Flucht, und das Mädchen hätte für diese Hilfe schwer bestraft werden können", erzählt Heinrich Herkenhoff, der Vorsitzende des Heimatvereins. Zusätzlich zu den Taschen zeigt die Ausstellung Arzt- und Reisekoffer, Rucksäcke, Schulranzen, Hebammentaschen und vieles andere mehr, womit Nützliches und Tinnef transponiert werden konnte. Übrigens: Die Deutsche Presseagentur meldete 2004, der durchschnittliche Handtascheninhalt habe einen Wert von mehr als 800 Euro. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts reichten da noch ein Spitzentaschentuch, eine kleine Flasche „4711", Kamm und Rosenkranz.
Auszug aus der Tageszeitung „ON“










