26.06. - 17.07.10: Hutausstellung in der Pforte

- Hutausstellung
Die englische Queen geht nie ohne aus dem Haus. Er bietet Schutz gegen Sonne und Regen und ist gleichzeitig modisches Accessoire: der Hut. Der Heimatverein Kloster Oesede zeigt ab dem 6. Juni in einer Ausstellung in der Klosterpforte, wie „wohlbehütet" der Mensch mit einer Kopfbedeckung durch den Alltag kommt. „Mein Hut, der hat drei Ecken" sangen viele unbeschwert während ihrer Kindertage und hatten noch keine Ahnung davon, in wie vielen Erscheinungsformen eine Kopfbedeckung des Menschen Haupt zieren vermag. Da gibt es die schlichte Baskenmütze, den Vorläufer der heutigen aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenkenden Base-Cap, das sportliche Pepita-Hütchen, den Herrenhut mit Krempe, dessen bekanntestes Exemplar vielleicht der Borsalino ist, den kleinen Kapottehut für die Damen und das aufwendig gestaltete Modell – mit Obst- und Blumenimitaten, das die Frau von Welt zum Rennen in Ascot trägt. Des Weiteren sind der Cowboyhut, der wasserdichte Südwester, der SomÜrerö, die Melone, der arabische Fes, der Strohhut (auch Kreissäge genannt), Turban und Chapeau Ciaque bekannt. Wer es süß mag, der kann sich einen Zuckerhut besorgen, den man aber leider nicht aufsetzen kann. Im antiken Rom galt er als Symbol der Freiheit, weshalb freigelassene Sklaven einen Hut erhielten. Im Mittelalter mussten Juden einen Spitzhut tragen, an dem sie allerorts erkannt werden konnten. Und die auf Zackigkeit bedachte preußische Obrigkeit verbot während des Vormärz den zugegebenermaßen ziemlich schlapp wirkenden Kalabreser, der als Erkennungszeichen der Republikaner galt. Ganz so weit haben die Kloster Oeseder historisch nicht ausgeholt, aber eine beachtliche Ausstellung über jenes Kleidungsstück zusammengestellt, das manchen kleidet und manchen wiederum nicht. Gertrud Sielschott, Ursula Herkenhoff und Marlies Willmann haben an Türen geklingelt, Klinken gedrückt und rund 180 Exemplare zusammenbekommen. Glanzstücke sind die von der einheimischen Modistin Maria Spreckelmeyer entworfenen Modelle für eine „My Fair Lady" - Aufführung in Osnabrück, die später sogar im Louvre in Paris zu sehen waren. „Aber garantiert handgefertigt sind auch jene Hüte, die von der sechsten Klasse der Sophie-Scholz-Schule für die Ausstellung gemacht wurden", sagt Willmann. Die Klosterpforte ist am Sonntag, 6. Juni, ab 14.30 Uhr geöffnet. Nach Kaffee und Kuchen kann entspannt durch die Ausstellungsräume schlendern. Und wer auf der Hut ist, kann vielleicht das eine oder andere extravagante Stück entdecken. Die Ausstellung bleibt bis zum 13. Juni geöffnet.
Quelle Neue OZ vom 28.05.2010










